Vaterschaftstest

Bei der Durchführung von Vaterschaftstests und Abstammungsanalysen richtet sich das Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsdiagnostik (MVZ) selbstverständlich nach den in Deutschland gültigen gesetzlichen Vorgaben.

Durch die Verabschiedung des Gendiagnostikgesetzes im Frühjahr 2009 wurde unter anderem eindeutig geregelt, dass vor Durchführung eines Vaterschaftstests die Einwilligung aller betroffenen Personen vorliegen muss. Somit sind sogenannte „heimliche“ Vaterschaftstests verboten.

In der Praxis bedeutet dies z.B. Folgendes: Möchte ein Mann die Vaterschaft zu einem minderjährigen Kind klären lassen, müssen Einwilligungserklärungen des Mannes selbst und weiterer Sorgeberechtigter des Kindes (im Allgemeinen der Mutter) vorliegen. Ist das Kind alt genug, um die Bedeutung eines Vaterschaftstests zu verstehen, so muss es zudem über die geplante Untersuchung aufgeklärt werden und darf deren Durchführung nicht ablehnen. Weitere Informationen zur Rechtslage finden Sie unter Rechtliches.


Häufige Fragestellungen

Ein Vaterschaftstest bzw. eine Abstammungsanalyse kann den Verwandtschaftsgrad zwischen zwei oder mehreren Personen feststellen. Häufige Fragestellungen sind:

Triofall: Analyse von drei Personen (beide Elternteile und Kind); die Analyse kann mit sehr hoher Sicherheit klären, ob z.B. der potentielle Vater (Putativvater) der leibliche Vater ist oder nicht

Defizienzfall: Analyse von zwei Personen (ein Elternteil und Kind); die Analyse kann Verwandtschaftsverhältnisse mit hoher Sicherheit klären


Untersuchung der Kindesmutter

Die Aussagekraft von Abstammungsanalysen hängt grundsätzlich von der Anzahl der untersuchten Personen ab. Gemäß den Richtlinie der Gendiagnostik-Kommission (GEKO) soll auf die Einbeziehung der Kindesmutter nur dann verzichtet werden, wenn diese für die Untersuchung nicht zur Verfügung steht.

Beispiele für den Verzicht auf die Einbeziehung der Kindesmutter:

  • die Mutter ist verstorben
  • das Kind ist volljährig
  • die Mutter besitzt kein Sorgerecht und lebt nicht mit dem Kind zusammen
  • die Mutter ist nicht die biologische Mutter des Kindes
  • die Mutter ist nicht einwilligungsfähig i. S. §14 GenDG


Muss auf die Einbeziehung der Kindesmutter verzichtet werden, sollte der Grund des Verzichts bei der Probenentnahme dokumentiert werden. Falls bei einer Vaterschaftsanalyse kein Material der Mutter verfügbar ist, ist trotzdem eine eindeutige Aussage möglich. Allerdings ist hierfür ein größerer Untersuchungsaufwand notwendig.